Nicki 02 (by Tristan Ladwein)

Nicki feiert 30jähriges Bühnenjubiläum. Man reibt sich fast die Augen beim Lesen dieser Meldung, denn soll das wirklich schon so lange her sein? Für die heute Mittdreißiger bis Endvierziger ist Nicki ebenso fester Bestandteil ihrer Jugend wie Alf, Arnold Schwarzenegger, die Supernasen oder die NDW. Dass das nun schon drei Jahrzehnte zurückliegen soll, mag stimmen, es fühlt sich aber defi nitiv nicht so an.

Man schrieb das Jahr 1983, als ein sechzehnjähriges Mädchen aus dem niederbayerischen Plattling die deutsche Musikszene betrat. Ihre Musik passte in keine Schublade, war nicht wirklich Schlager, aber auch nicht NDW. Das war Country & Western („I bin a bayerisches Cowgirl“), Rock‘n‘Roll („Mehr von dir“), 80ies-Pop („Hals über Kopf“) und Oldie zugleich („Wenn d‘ Sehnsucht brennt“).
Mal zum Tanzen wie in ihrem Evergreen „Wenn i mit dir tanz“, mal zum Heulen schön wie in „Weil i immer no an Engerl glaub“ oder ihrem Debüt-Song, der ausgerechnet „Servus, mach‘s guat“ heißen sollte. Sie sagte so schnell nicht wieder Servus, sondern reihte Charthit an Charthit, konsequent in bayerischem Dialekt. Das war neu, das war in, wie auch die Spider Murphy Gang, die etwa zeitgleich an den Start gegangen war, bewies. Und es war höchst erfolgreich: Die zahllosen Gold- und Platinplatten schmücken immer noch das Treppenhaus ihres Anwesens.

Heute, 30 Jahre später, bringt Nicki das Jugend-Gefühl der Generation Golf wieder in die Wohnzimmer zurück: Auf dem Best-of-Album „30 Jahre Nicki“ versammeln sich alle Klassiker der „eins einundfünfzig einhalb“ Meter großen Sängerin. Und nicht nur das: In den 80ern war es üblich, neben der Vinyl-Single so genannte Maxi-Singles zu veröffentlichen. 12 Zoll groß wie eine LP, aber
bei 45 UpM gespielt enthielten sie als Zugabe oft Spezialmixe oder „Extended Versions“ des jeweiligen Hits der A-Seite. Gelegentlich wurden auch BSeiten produziert, die auf dem dazugehörigen Album nicht enthalten waren. So auch bei Nicki. Nach 30 Jahren erscheinen diese Specials nun erstmals auf CD. Für Fans und Sammler werden damit Träume wahr! Die Original-Bänder von verschollenen Raritäten, die sogar aus den Bandarchiven der Plattenfirmen verschwunden waren (wie die B-Seite von „Servus, mach‘s guat“), konnten in einem Studio-Keller wieder entdeckt und erstmals digitalisiert werden.

Abgerundet wird die Sammlung von 3 neuen Aufnahmen. Ein besonderer Wunsch von Nicki war es, ihren 90er-Hit „Wie a Traum“ nochmals neu einzuspielen, und zwar in der akustischen Version, in der sie den Song auf ihren Konzerten, neuerdings mit Live-Band, regelmäßig präsentiert. Besonders hitverdächtig klingt die neue Single „Dad i di net so liebn“. Der Titel handelt vom Loslassen und doch nicht loslassen können, von Abstand und Nähe, Liebe und Ärger. So frisch wie der Song daherkommt und so jugendlich und unverändert sich Nickis Stimme darauf anhört, könnte man denken, es wäre eines jener unveröffentlichten Werke. Und er lässt, um es mit einem ihrer Hits zu sagen, den Wunsch aufkommen: „Nicki, i brauch no mehr von dir!“ Und zwar weitere 30 Jahre lang. Mindestens.

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Gerhard Schmid

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